Jugendhilfeorientiertes Familienzentrum

Das Jugendhilfeorientierte Familienzentrum zielt auf ein Pilotprojekt ab, welches über die lokalen Grenzen hinaus, im Verbund mit mehreren Städten, adäquate Hilfe für entwicklungsgefährdete Kinder im Alter von über drei, bis zum Zeitpunkt der Einschulung, in Zusammenarbeit mit der ganzen Familie, anbietet. Hierfür wird eine Kindertageseinrichtung gegründet, welche Platz für bis zu vier Gruppen, mit insgesamt bis zu 25 Kindern, bietet. An die Kindertageseinrichtung wird ein Familienzentrum angebunden, welches den Eltern der Kindern, sowie weiteren Angehörigen des Systems des Kindes, Unterstützung, Betreuung und Hilfen anbietet. 

Die Kinder der gesamten Einrichtung und somit die Zielgruppe selber, bilden einerseits Kinder, welche keiner Entwicklungsgefährdung unterliegen, sowie Kinder, welche eine solche Feststellung erfahren haben. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern im Verbund und den Kinderärzten, welche dies in der regulären U6- und U7a – Untersuchung feststellen können. 

Besondere Zielgruppe: Entwicklungsgefährdete Kinder

Burgener (2014) definiert “Entwicklungsgefährung” als Risikobelastung, welche in Kombination mit einer grenzwertigen Entwicklung vorzufinden ist. Folglich sind bereits Kinder, welche bei der eigenen Entwicklung noch innerhalb des Normbereichs oder leicht darunter im Bereich der Entwicklungsverzögerung liegen und darüber hinaus eine Risikobelastung in der Familie vorzuweisen haben, entwicklungsgefährdet. Diese Risikofaktoren, ebenso für die dazugehörigen Schutzfaktoren lassen sich in personelle und psychosoziale Faktoren unterscheiden: 

Personale Risikofaktoren beinhalten biologische und psychologische Merkmale:

  • Geburtsgewicht weniger als 1500g
  • Neonatale Komplikationen
  • Deutsche Asphyxie mit neonatologisch stationärer Versorgung
  • Frühgeburt weniger 37. SSW
  • EPH – Gestose (Ödemie, Proteinurie, Hypertonie)

Psychosoziale Risikofaktoren beinhalten Merkmale der Umwelt des Individuums:

  • Leidensdruck, mangelnde Bewältigungsfähigkeit der Eltern
  • Niedriges Bildungsniveau der Eltern
  • postnalat depressive Mütter/ psychische Störunge der Eltern
  • frühe Elternschaft
  • unerwünschte Schwangerschaft
  • Delinquenz, Herkunft aus zerrütteten familiären Verhältnissen
  • Ein-Eltern-Familie
  • ausgeprägte chronische Schwierigkeiten (Arbeitslosigkeit, chronische Krankheit, usw.)
  • beengte erlebe Wohnverhältnisse

Unsere Ziele

Die Ziele des Familienzentrums, welche Eltern von Kindern zur Verfügung steht, die in der Kindertagesbetreuung aufgenommen wurden, lassen sich in insgesamt sieben übergeordnete Ziele gliedern:

  1. Aktive Unterstützung der Eltern bei Bildungs- und Entwicklungsprozessen der Kinder
  2. Partizipation von Kindern und Eltern in den jeweiligen Sozialräumen
  3. Unterstützung hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  4. Prävention in den Bereichen Armut und Gesundheit
  5. Verunsicherten Eltern eine Orientierungshilfe bieten
  6. Unterstützung von Familien, welche von Trennung und Scheidung betroffen sind
  7. Unterstützung von Familien, welche von Verlust und Trauer betroffen sind
  8. Unterstützung von Familien, welche Flucht- und Migrationserfahrung vorweisen.

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